Reformbemühungen sollen den „Idiotentest“ zu einem besser einschätzbaren Prüfungsverfahren machen

Mehr als vor anderen verkehrsrechtlichen Strafen oder Maßregeln fürchten sich Kraftfahrer davor, zur MPU geladen zu werden. Eine Reform der juristischen Grundlagen für die „medizinisch-psychologischen Untersuchung“ steht bevor. Sie soll die Transparenz erhöhen und den etwas zweifelhaften Ruf der MPU verbessern. Grundsätzlich geht es ja um Verkehrssicherheit, die allen Verkehrsteilnehmern am Herzen liegen sollte.

Der bisher in eine medizinische Untersuchung, einen Wissenstest und ein psychologisches Gutachtergespräch untergliederte Test der Eignung zum Führen von Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr ist nach Ansicht von Fachleuten zu wenig transparent und nachvollziehbar gestaltet. Deshalb wird vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) die Initiative des Bundesverkehrsministers begrüßt, der in Kürze konkrete Vorschläge für gesetzliche Änderungen im Bundestag einbringen will. Entsprechende Vorbereitungen laufen schon seit längerer Zeit.

Offizielle Stellen sind immer wieder verstimmt über die volkstümliche Bezeichnung „Idiotentest“, wissen aber auch, dass die MPU nicht in dem Ruf steht, einer objektiven, wissenschaftlichen Urteilsfindung zu dienen. Prüfungsfragen, die bisher nicht nur in verschiedenen Bundesländern, sondern auch bei verschiedenen Ämtern unterschiedlich gestellt wurden, sollen nun bundesweit vereinheitlicht werden.

Dadurch wird gleichzeitig die Möglichkeit einer bundesweiten, seriösen und effektiven Vorbereitung auf die MPU eröffnet. Die Vorbereitungskurse und ihre Anbieter rücken stärker in den öffentlichen Blickpunkt. Das Ministerium plant, eine amtliche Anerkennung zur Voraussetzung der qualifizierten Vorbereitungstätigkeit zu machen.
Diesen Schritt begrüßen auch die Mitglieder des Deutschen Verkehrssicherheitsrats ausdrücklich, weil eine intensive Vorbereitung auf die MPU für die im Interesse der Verkehrssicherheit wünschenswerte Auseinandersetzung mit den Kernfragen „Alkohol am Steuer“ und „wiederholtes Übertreten von Verkehrsvorschriften“ führt.

Sogar bei der ärztlichen Untersuchung und dem Gespräch mit dem verkehrspsychologischen Gutachter soll die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen erhöht werden.
Die juristischen Voraussetzungen dafür, den Ablauf der Untersuchung durch obligatorische Tonaufzeichnungen übersichtlich zu gestalten, werden von dem vom Ministerium eingesetzten Expertenteam derzeit noch geprüft. Die neu herzustellende Vorhersehbarkeit und Chancengleichheit soll schon in der Phase der Vorbereitung auf eine MPU ihre Wirkung entfalten. Bundesweit zu vereinheitlichende, offizielle Informationen werden zukünftig die Grundlage für öffentlich anerkannte Vorbereitungskurse sein.

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