Muss Marco Reus seine zukünftige Fahreignung nachweisen?

Führerscheininhaber, die ihre Fahrerlaubnis wegen einer Alkoholfahrt oder wegen fortgesetzter Verstöße gegen die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung verloren haben, können zur MPU geladen werden, bevor ihnen ein neuer Führerschein ausgestellt wird.

Jetzt müssen die Behörden in Dortmund die Frage klären, ob auch jemand, der gar nicht erst eine Fahrerlaubnis erworben hat, vor der Erteilung eines Führerscheins bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchungsstelle vorsprechen muss. Marco Reus, in Dortmund und im Rest von Deutschland als erfolgreicher Fußballspieler bekannt, soll zwar Fahrstunden genommen, sich aber den Stress einer Führerscheinprüfung erspart haben.

Er fuhr trotzdem zügig mit seinem luxuriösen PKW umher und wurde im Zeitraum zwischen 2011 und 2014 immerhin 5-mal geblitzt. Die fälligen Bußgeldbescheide erhielt er nicht in seiner Eigenschaft als Fahrer, sondern sie wurden ihm als KfZ-Halter zugestellt. Zweifel an seiner Fahrberechtigung tauchten deshalb erst auf, als er im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle keinen gültigen Führerschein vorlegen konnte.

Anordnung der MPU muss für den Einzelfall geprüft werden

Mehrere Jahre ohne Fahrerlaubnis zu fahren gehört eigentlich nicht zu den häufig auftretenden Gründen, aus denen eine MPU angeordnet wird. Die zuständigen Stellen in Dortmund müssen deshalb nun eine brisante Einzelfallentscheidung treffen. Die medizinisch-psychologische Untersuchung soll ja nach dem Willen des Gesetzgebers dazu dienen, die Fahreignung des Betroffenen zu prüfen und anhand der von ihm bei der Prüfung gezeigten Reaktionen eine Prognose über die zukünftige Fahreignung zu stellen.

Im Fall Marco Reus wäre wohl eine intensive Auseinandersetzung hinsichtlich seines Umgangs mit Gesetzen und Vorschriften notwendig. Probleme mit Alkohol oder Drogen sind bei dem ehrgeizigen Profisportler auch zukünftig eher nicht zu befürchten, während die Unterscheidung von „Spiel“ und „Wirklichkeit“ möglicherweise als erörterungsbedürftig angesehen wird. Intensität und Dauerhaftigkeit des vorliegenden Gesetzesverstoßes könnten für die Vorladung zur MPU ausreichen.

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