Trunkenheitsfahrt im Auslandsurlaub kann MPU in Deutschland nach sich ziehen!

Wer bei einem Urlaub im Ausland auf das eigene Auto oder auf einen Mietwagen nicht verzichten möchte, der muss die in seinem jeweiligen Urlaubsland geltenden Verkehrsvorschriften beachten.

Das Führen eines Kraftfahrzeugs nach ausgiebigem Genuss alkoholischer Getränke ist auch im Ausland regelmäßig mit Strafe bedroht. Besonders unangenehm wird es, wenn der Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol einen Unfall verursacht.
Ein ausländisches Strafverfahren wegen einer Fahrt unter erheblichem Alkoholeinfluss kann sogar nach der Heimkehr nach Deutschland noch Nachwirkungen haben!

Grundsätzlich gilt, dass deutsches Recht im Hoheitsgebiet eines anderen, souveränen Staates nicht anwendbar ist. Also ist der Autofahrer davor geschützt, nach der Heimkehr nochmals für sein falsches Verhalten am Urlaubsort zur Verantwortung gezogen zu werden.
Allerdings sind deutsche Verwaltungsbehörden nicht daran gehindert, auf Mitteilungen aus dem Ausland zu reagieren.

Solche Mitteilungen können auch Zweifel daran, dass bei einem Führerscheininhaber die allgemeine Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen noch besteht, betreffen. Die deutsche Behörde ist im Interesse der Sicherheit des Straßenverkehrs in Deutschland dazu verpflichtet, Hinweisen auf Alkoholdelikte, die von deutschen Kraftfahrern im Ausland begangen worden sind, nachzugehen.

Rechtliche Voraussetzungen müssen nachweislich vorgelegen haben

Liegen in einem solchen Fall Informationen vor, aus denen klar und unmissverständlich hervorgeht, dass alle Voraussetzungen, unter denen nach deutschem Recht eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung anzuordnen wäre, gegeben waren, kann die Führerscheinbehörde von dem Betroffenen verlangen, eine MPU nachzuweisen.

Es handelt sich dabei um Verwaltungshandeln, nicht Anordnungen im Rahmen eines Strafverfahrens. Strafrechtliches Vorgehen ist nach geltendem Recht auf im Inland begangene Taten und bestimmte Delikte von erheblicher, grenzüberschreitender Bedeutung beschränkt.
Die Fürsorge, im deutschen Straßenverkehr nur geeignete Fahrzeugführer ans Lenkrad zu lassen, verpflichtet die Führerscheinbehörde jedoch, auch Informationen über ausländische Verfolgung von Verkehrsstraftaten auszuwerten.

Von wesentlicher Bedeutung ist dabei, ob sich aus den ausländischen Ermittlungsvorgängen entnehmen lässt, dass bei dem Betroffenen eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,6 Promille festgestellt worden ist. Die Verwendung abweichender Berechnungsformen in anderen Ländern stellt dabei in vielen Fällen ein Hindernis dar.

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