Idiotentest oder idiotischer Test?

Schon die allgemein genutzte Bezeichnung „Idiotentest“ spricht Bände. Wer zur Medizinisch-psychologischen Untersuchung, MPU abgekürzt, antreten muss, sieht sich damit schon auf der Verliererstraße.

Angeordnet wird der Test, wenn Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen auffällig wurden und eine Wiederholung dieses Fehlverhaltens nicht auszuschließen ist. Rund 95.000 Autofahrer treten pro Jahr zur MPU an, die Durchfallquote liegt etwas unter 50 Prozent.

Akzeptanz durch Transparenz
Umstritten ist die MPU seit vielen Jahren. Unstrittig ist dagegen die Bedeutung des Führerscheins für ein normales Leben in unserer Gesellschaft. Beide Faktoren zusammen haben den Bundesverkehrsminister bewogen, eine Reform des Tests in die Wege zu leiten.

Stichworte sind Akzeptanz durch Transparenz und erhöhte Qualität. Minister Dobrindt setzt auf die Ausarbeitung eines bundeseinheitlichen Fragenkataloges, der eine Standardisierung der MPU ermöglichen soll.

Für diejenigen Testteilnehmer, die sich ungerecht behandelt fühlen, sollen Beschwerdestellen eingerichtet werden, so dass sich neutrale Schiedsrichter der Sache annehmen können. Wieweit Ton- und Videoaufzeichnungen der Tests vorgenommen werden können oder sollen, wird juristisch abgeklärt.

Die Reform soll nach Aussagen des Ministers bis zum Ende der Legislaturperiode umgesetzt werden.
Fahrer, die wegen Alkohol ihren Führerschein verloren haben, sollen – trotz bestandener MPU – unter bestimmten Bedingungen zur Nutzung einer Alkohol-Fahrsperre verpflichtet werden.

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