Das Geniale am Idiotentest

Viele halten die MPU sowieso für einen Witz oder fühlen sich gezwungen, bei dem Gedanken an die staatlich lizensierte Bohrmaschine in ihre Psyche auf schwarzen Humor umzuschalten. Dass der sogenannte „Volksmund“ – wenn es ihn denn noch gibt, politisch-korrekt würde es heute wohl Republikbewohnerschaftsmund heißen müssen, man will ja nicht diskriminieren – die medizinisch-psychologische Untersuchung kurz als Idiotentest tituliert, sagt ja schon einiges.

Wobei dem neutralen Betrachter natürlich einige Fragen in den Sinn kommen. Ist der erste Teil der Bezeichnung ein Bezug auf diejenigen, die diesen Test konzipiert haben? Oder geht es beim Idiotentest gemäß beliebter Privatsendermasche á la „DSDS“ darum, die größten Idioten Deutschlands auszutesten, um ihnen verantwortungsvolle Positionen in Politik, Medien und Wirtschaft zuzuschanzen oder sie zumindest mit der Aufstellung von Verkehrsschildern in Großstädten zu betrauen?

Wie dem auch sei. Die MPU wartet auf ihr kabarettistisches Recycling und das wird nun von dem Duo Anke Brausch und Claudia Thiel unter dem Titel „Durchgangsverkehr – ausgebremst und abgezockt“ geliefert.

Im Hauptberuf Lehrerinnen haben die beiden Damen professionelle Erfahrung im Bereich des höheren Schwachsinns. Die zeigen sie in ihrem Programm, das auf einer Polizeistation spielt, wo eben besagte MPU stattfindet.

Mit 19 Jahren gemeinsamer Bühnenerfahrung fahren Brausch und Thiel humoristisch auf, schlüpfen in immer neue Rollen und erheitern das werte Publikum. Der geistige Nährwert ist immerhin so groß, dass außer strapaziertem Zwerchfell nach der Vorstellung die Erkenntnis bleibt: Das Überholen von Geisterfahrern bringt niemals Pluspunkte.

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