Abbiegen im fließenden Verkehr fordert volle Konzentration bei allen Beteiligten

Klares und eindeutiges Verhalten im Straßenverkehr hilft dabei, Unfälle zu vermeiden. Eine der wenigen Möglichkeiten, aus dem PKW heraus mit anderen Verkehrsteilnehmern Informationen zu tauschen, besteht darin, ganz einfach den Blinker zu betätigen. Durch kurzes Aufblinken mit beiden Blinkern zugleich wird eine Warnung ausgesprochen. Jeder Blinker für sich betätigt, soll den unmittelbar bevorstehenden Richtungswechsel ankündigen. Beim Abbiegen nach rechts oder nach links ist das rechtzeitige Setzen des Blinkers genauso wichtig wie beim Spurwechsel.

Nach § 7 StVO ist vorgeschrieben, beim Anfahren durch Blinken die gewünschte und geplante Fahrtrichtung anzuzeigen. Vor und bei Abbiegevorgängen ist Blinken ebenfalls Pflicht. Blinken mit allgemeiner Warn- oder Hinweisfunktion kann ebenso schädlich sein, wie es nützen kann.
Wer abbiegt, ohne zu blinken, begeht eine Verkehrsordnungswidrigkeit. Ob er dafür mit einem Bußgeld oder einer Verwarnung belegt wird, hängt von den Umständen ab. Zu diesen Umständen gehört die Überlegung, was andere, an der Verkehrssituation unmittelbar Beteiligte aus dem Verhalten des „Nicht-Blinkers“ schließen konnten und mussten.

Lag eine unübersichtliche Verkehrssituation vor, an der zudem noch ein ortsunkundiger Fahrer beteiligt war, ist nach einem neuen Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken zum Aktenzeichen 4U 47/15 besondere Vorsicht geboten. Der Aufruf zur erhöhten Achtsamkeit gegenüber dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer entspricht der Generalklausel des Verkehrsrechts in § 1 StVO. Gerade bei ortsunkundigen Verkehrsteilnehmern kann es passieren, dass sie sich, ohne zu blinken, spontan zum Abbiegen entschließen, diesen Plan aber dann doch nicht in die Tat umsetzen. Neue Gerichtsentscheidungen wie die des Oberlandesgerichts Saarbrücken nehmen andere Verkehrsteilnehmer in die Pflicht.

Sie sollen beobachten und aus dem Gesamtzusammenhang der Handlungsweisen ihre Schlüsse ziehen. Das Oberlandesgericht Dresden hat in einer Entscheidung zum Aktenzeichen 7 U 1501/13 darauf hingewiesen, dass auch dann, wenn der Blinker betätigt wird, keine Garantie besteht, dass das Fahrzeug tatsächlich abbiegt.

Komplizierte Verkehrssituationen wie Abbiegevorgänge bei fließendem Verkehr erfordern einen wachen, klaren Geist beim Autofahren. Jeder Einfluss von Alkohol oder Drogen kann zu Fehlhandlungen und damit zum Unfall führen. Wer nach einer Alkoholfahrt oder nach Drogenmissbrauch von der Führerscheinbehörde aufgefordert wird, seine generelle Eignung als Kfz-Führer durch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) nachzuweisen, der sollte unseren Vorbereitungsdienst in Anspruch nehmen.

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